Im ersten Halbjahr 2026 stieg die deutsche UVP bei 13 von 20 untersuchten Smartphone-Nachfolgern. Im Median lag die UVP 9,6 Prozent über der des jeweiligen Vorgängers. Der aktuelle Befund ist Teil einer Auswertung von insgesamt 149 direkten Vorgänger-Nachfolger-Paaren mit Smartphones, die zwischen 2020 und dem ersten Halbjahr 2026 erschienen sind. Der Vergleich der Nachfolger-Jahrgänge 2021 bis 2025 zeigt aber auch: Höhere UVPs bleiben rund sechs Monate später im Handel nicht zwangsläufig bestehen.
Ausgewertet wurde nicht der gesamte Smartphone-Markt, sondern der Einstiegspreis in Modellreihen von einer Generation zur nächsten. Dafür wurde jeweils die kleinste Speichervariante eines Modells mit der kleinsten Speichervariante seines direkten Nachfolgers verglichen. Ein solches Modellpaar bilden beispielsweise das Google Pixel 9a und das Google Pixel 10a, jeweils mit 128 GB Speicher. Die Untersuchung misst damit die Veränderung des Einstiegspreises, nicht die Entwicklung des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Unterschiede bei Speicher, Ausstattung oder Qualität sowie die Inflation werden nicht herausgerechnet.
Das Wichtigste in Kürze
- 13 von 20 untersuchten Nachfolgern in H1 2026 starteten mit einer höheren UVP
- Der Preisaufschlag bei der UVP betrug in H1 2026 im Median 9,6 Prozent
- In 4 von 5 vollständigen Jahrgängen von 2021 bis 2025 waren die Nachfolger nach rund sechs Monaten im Median günstiger als ihre Vorgänger
H1 2026 verzeichnet den höchsten UVP-Anstieg
Um Preisänderungen in der ersten Jahreshälfte 2026 mit vergangenen Jahren zu vergleichen, flossen in folgender Auswertung nur Modellpaare ein, deren Nachfolger ebenfalls in der ersten Hälfte eines Jahres auf den deutschen Markt kamen. Dabei zeigen sich die folgenden Preisänderungen bei den Nachfolger-UVPs:
| Marktstart des Nachfolgers | Modellpaare | Median der UVP-Veränderungen | Anzahl (teurer / gleich / günstiger) |
|---|---|---|---|
| H1 2021 | 7 | 0,0 % | 2 / 2 / 3 |
| H1 2022 | 12 | +8,0 % | 9 / 3 / 0 |
| H1 2023 | 10 | +7,7 % | 7 / 1 / 2 |
| H1 2024 | 14 | −0,2 % | 2 / 5 / 7 |
| H1 2025 | 22 | 0,0 % | 8 / 12 / 2 |
| H1 2026 | 20 | +9,6 % | 13 / 6 / 1 |
Nach zwei weitgehend stabilen ersten Halbjahren 2024 und 2025 zeigt sich 2026 ein deutlicher UVP-Anstieg: Im Median sind es 9,6 Prozent mehr als bei den jeweiligen Vorgängern. Der arithmetische Mittelwert der UVP-Aufschläge liegt mit 11,6 Prozent sogar noch höher. Für die zentrale Einordnung eignet sich der Median hier allerdings besser, weil einzelne außergewöhnlich hohe Aufschläge ihn weniger stark beeinflussen als den arithmetischen Mittelwert. Der Median gibt den Wert an, der die nach ihrer Höhe sortierten Preisänderungen in zwei gleich große Hälften teilt.

Der H1-Wert ist allerdings kein vorweggenommenes Ergebnis für das gesamte Jahr 2026. In der zweiten Jahreshälfte können weitere Hersteller, Modellreihen und Preisklassen hinzukommen und damit die Zusammensetzung der Untersuchung verändern. Deshalb wird H1 2026 ausschließlich mit den ersten Halbjahren früherer Jahre verglichen.
Die UVP-Aufschläge reichen bis 45,9 Prozent
Die Spannweite der Preisunterschiede zwischen den einzelnen Generationswechseln ist groß. Den stärksten prozentualen Anstieg verzeichnet in der Untersuchung das Xiaomi Poco M8 Pro 5G. Seine Basisvariante startete mit einer UVP von 349,90 Euro; beim Vorgänger Poco M7 Pro 5G waren es 239,90 Euro. Das entspricht einem Plus von 45,9 Prozent. Dahinter folgen das Honor 600 Lite mit 33,3 Prozent und das Motorola Edge 70 Fusion mit 27,3 Prozent.
| Vorgänger | Nachfolger | UVP Vorgänger | UVP Nachfolger | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Xiaomi Poco M7 Pro 5G | Xiaomi Poco M8 Pro 5G | 239,90 € | 349,90 € | +45,9 % |
| Honor 400 Lite | Honor 600 Lite | 299,90 € | 399,90 € | +33,3 % |
| Motorola Edge 60 Fusion | Motorola Edge 70 Fusion | 329,99 € | 419,99 € | +27,3 % |
| Honor 400 Pro | Honor 600 Pro | 799,90 € | 999,90 € | +25,0 % |
| Honor 400 | Honor 600 | 499,90 € | 599,90 € | +20,0 % |
Die Preisentwicklung ist jedoch nicht in allen Modellreihen gleich. Sechs Nachfolger behielten exakt die UVP ihrer Vorgänger. Dazu gehören das Samsung Galaxy S26 Ultra, das Google Pixel 10a, das Xiaomi 17 und 17 Ultra, das Honor Magic 8 Pro sowie das Apple iPhone 17e.
Das OnePlus 15R ist der einzige untersuchte Nachfolger in der ersten Jahreshälfte 2026 mit einem niedrigeren Einstiegspreis. Seine UVP von 699 Euro liegt 6,7 Prozent unter den 749 Euro des OnePlus 13R.

Ein unveränderter oder höherer Preis sagt für sich allein noch nichts über das Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Ein Modell mit gleicher UVP kann beispielsweise weniger stark aufgewertet worden sein als frühere Generationen. Umgekehrt kann ein höherer Startpreis teilweise mit einer größeren Basisvariante oder anderer zusätzlicher Ausstattung zusammenhängen.
Höhere UVPs bleiben im Handel nicht zwangsläufig bestehen
Die UVP zeigt, zu welchem Preis ein Hersteller ein Smartphone zum Marktstart positioniert. Für Käufer ist aber mindestens ebenso wichtig, was das Gerät einige Monate später tatsächlich im Handel kostet. Als einheitlicher Vergleichszeitpunkt wird ein Gerätealter von rund sechs Monaten verwendet.
Im Folgenden werden für die vollständigen Nachfolger-Jahrgänge 2021 bis 2025 daher drei Kennzahlen zwischen Vorgänger und Nachfolger betrachtet: die UVP-Veränderung zwischen Vorgänger und Nachfolger, der Preisrückgang im Handel zur jeweiligen UVP nach rund sechs Monaten und schließlich der direkte Vergleich der beiden Sechsmonatspreise. Als Sechsmonatspreis dient der Mittelwert der 14 erfassten Tagestiefstpreise in der 26. und 27. Woche nach Marktstart. Das Zwei-Wochen-Fenster verringert den Einfluss möglicher kurzfristiger Preisausschläge an einzelnen Tagen.
| Marktstart des Nachfolgers | Modellpaare | Median der UVP-Veränderungen | Vorgänger: Median des Preisrückgangs nach 6 Monaten zur UVP | Nachfolger: Median des Preisrückgangs nach 6 Monaten zur UVP | Median der Veränderungen des Sechsmonatspreises |
|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | 12 | 0,0 % | 19,6 % | 11,2 % | 7,9 % |
| 2022 | 24 | 7,9 % | 14,4 % | 24,0 % | −0,3 % |
| 2023 | 23 | 3,7 % | 23,1 % | 25,4 % | −1,1 % |
| 2024 | 27 | 0,0 % | 24,2 % | 28,8 % | −4,8 % |
| 2025 | 43 | 0,0 % | 31,6 % | 32,0 % | −1,1 % |
Ein positiver Wert in der letzten Spalte bedeutet, dass der Nachfolger nach rund sechs Monaten teurer war als sein Vorgänger im gleichen Gerätealter; dabei wird die UVP nicht berücksichtigt, sondern der Sechsmonatspreis des Vorgängers mit dem des Nachfolgers direkt verglichen. Ein negativer Wert bedeutet, dass der Nachfolger nach 6 Monaten günstiger war als sein Vorgänger.
Besonders anschaulich ist das Jahr 2022. Die untersuchten Nachfolger starteten im Median mit einer 7,9 Prozent höheren UVP als ihre Vorgänger. Nach rund sechs Monaten lagen sie jedoch 24,0 Prozent unter ihrer eigenen UVP, während es bei den Vorgängern 14,4 Prozent waren. Im direkten Vergleich waren die Nachfolger zu diesem Zeitpunkt im Median dann sogar 0,3 Prozent günstiger als ihre Vorgänger nach sechs Monaten. Im Vergleich der Mediane war der anfängliche UVP-Aufschlag damit nach 6 Monaten nicht mehr erkennbar.
2021 zeigte sich hingegen ein anderes Muster. Obwohl die UVPs von Vorgängern und Nachfolgern im Median gleich hoch waren, gingen die Preise der Nachfolger in den ersten sechs Monaten weniger stark zurück: Sie lagen anschließend 11,2 Prozent unter ihrer UVP, die Vorgänger dagegen 19,6 Prozent. Dadurch waren die Nachfolger im gleichen Gerätealter nach sechs Monaten im Median 7,9 Prozent teurer.
In allen drei Jahrgängen von 2023 bis 2025 waren die Nachfolger wie schon 2022 nach rund sechs Monaten im Median günstiger als ihre direkten Vorgänger. Am deutlichsten war der Unterschied 2024: Trotz unveränderter UVP kosteten die Nachfolger nach rund sechs Monaten im Median 4,8 Prozent weniger als ihre Vorgänger als sie 6 Monate auf dem Markt waren.

Entscheidend wird der Preis nach einigen Monaten
Der UVP-Anstieg fällt zeitlich in eine Phase steigender Speicherkosten. TrendForce berichtete im Mai, dass die Vertragspreise für mobilen Arbeitsspeicher im zweiten Quartal 2026 weiter stiegen und damit den Kostendruck auf Smartphone-Hersteller erhöhten. IDC zufolge führten die begrenzte Verfügbarkeit und Rekordpreise bei Speicherkomponenten im ersten Quartal 2026 bereits zu höheren Stückkosten. Viele große Marken reagierten demnach unter anderem mit Preiserhöhungen oder technisch abgespeckten Modellen.
Aus diesen weltweiten Marktbeobachtungen lässt sich allerdings nicht ableiten, dass die in dieser Untersuchung gemessenen UVP-Erhöhungen einzelner Modelle durch höhere Speicherpreise verursacht wurden. Auch die Ausstattung, die Positionierung einer Modellreihe oder die Preisstrategie des Herstellers können die UVP und die spätere Preisentwicklung beeinflussen.
Für Käufer ist daher entscheidend, wie sich die 20 untersuchten Nachfolger aus dem ersten Halbjahr 2026 in den kommenden Monaten entwickeln. In vier der fünf vollständigen Nachfolger-Jahrgänge von 2021 bis 2025 waren die neueren Modelle nach rund sechs Monaten im Vergleich zu ihren Vorgängern günstiger positioniert – trotz teilweise höherer UVP.
Ob vom medianen UVP-Aufschlag von 9,6 Prozent bei den 2026er-Modellen auch nach sechs Monaten noch etwas übrig bleibt, lässt sich also erst beurteilen, wenn alle Geräte ein Gerätealter von sechs Monaten erreicht haben.
Methodik
Grundlage für die Auswertung sind die bei wannkaufen.de vorliegenden Modell-, UVP- und Preisverlaufsdaten. Für die Untersuchung wurden Smartphones mit deutschem Release zwischen 1. Januar 2020 und dem 30. Juni 2026 berücksichtigt, sofern für sie eine direkte Vorgänger- bzw. Nachfolgerbeziehung aus demselben Zeitraum hinterlegt war. Diese Beziehungen werden bei der Aufnahme eines neuen Smartphones anhand der Modellreihe und des deutschen Marktes manuell recherchiert. Als direkter Vorgänger gilt dabei das unmittelbar vorherige in Deutschland erschienene Modell der jeweiligen Reihe. Im Ausland erschienene Zwischengenerationen, die nicht in Deutschland veröffentlicht wurden, werden übersprungen. Die zugehörigen Daten wurden geprüft und bereinigt, sodass final ein Datenbestand mit 218 verschiedenen Smartphones und 149 direkten Vorgänger-Nachfolger-Paaren entstand. Die Daten umfassen Smartphones der Hersteller Samsung, Xiaomi, Apple, Google, Sony, OnePlus, Honor, Motorola, Huawei, Asus und Nokia.
Verglichen wurde jeweils immer nur die kleinste für Deutschland geführte Speichervariante eines Modells mit der kleinsten Speichervariante seines direkten Nachfolgers. Pro Smartphone floss immer genau eine Farbvariante ein, damit Farbvarianten nicht mehrfach gezählt werden: wannkaufen.de führt pro Smartphone eine bei der Aufnahme des Modells manuell ausgewählte, möglichst typische Standardfarbe. Jedes Modellpaar wurde gleich gewichtet und dem deutschen Release-Jahr des Nachfolgers zugeordnet.
Die prozentuale Veränderung wurde zunächst für jedes Modellpaar einzeln berechnet und anschließend je Jahr bzw. erstem Halbjahr als Median zusammengefasst. Als unveränderte UVP galt nur exakt derselbe Eurobetrag. Für H1 2026 wurden ausschließlich Nachfolger mit Marktstart vom 1. Januar bis zum 30. Juni berücksichtigt und nur mit den ersten Halbjahren früherer Jahre verglichen. Für die vollständigen Nachfolger-Jahrgänge 2021 bis 2025 wurde zusätzlich ein Sechsmonatspreis berechnet. Er entspricht dem Mittelwert der 14 erfassten Tagestiefstpreise von Tag 175 bis Tag 188 nach Marktstart (ausschließlich Neuware, Bruttobetrag ohne Versandkosten).
Die Auswertung misst die Veränderung des finanziellen Einstiegs in die untersuchten Modellreihen. Sie ist nicht qualitäts-, inflations- oder marktanteilsbereinigt und stellt keine Hochrechnung auf den gesamten deutschen Smartphone-Markt dar.
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Kontakt: Jan Wabbersen · jan@wannkaufen.de


